Wer schon einmal das Glück hatte in Lienz zu sein, wird nicht drum herumgekommen zu sein, die Lienzer Dolomiten zu bestaunen. Diese sind selbst vom Hauptplatz der Sonnenstadt, welcher durch die dortigen Palmen eher mediterranes als alpines Flair versprüht, zu erkennen. Der Spitzkofel, der Hausberg der Stadt, beherrscht das Tal mit seinen 2.717m Höhe und überragt Lienz um über 2.000m. Aber die Lienzer Dolomiten bieten auch einfachere, aber nicht weniger spektakuläre Touren. Und auch kulinarisch warten sie mit einem richtigen Highlight auf.
- Dolomitenstraße
- Eintauchen in den Laserz-Kessel
- Die Karlsbader Hütte
- Der Laserzsee
- Die Dolomitenhütte
- Zusammenfassung der Tour

Dolomitenstraße
Unsere heutige Tour startet in Lienz, von wo aus wir mit dem Auto Richtung Tristach starten. Die Orientierung ist recht einfach, wir folgen immer den Straßenschildern Richtung Tristacher See, welcher ein beliebter und unglaublich schöner Badesee in der Region ist. Wir biegen aber kurz vorm See links ab und gelangen gleich darauf zur Mauthütte. Für einen PKW zahlt man 7,50€ und schon geht’s nach oben. So gelangen wir nach zahlreichen Kurven auf einen großen Parkplatz auf 1.600m Höhe. Unmittelbar nach dem Parkplatz befindet sich die Dolomitenhütte, eine traumhaft gelegene Einkehr- und auch Übernachtungsmöglichkeit. Dazu aber später mehr.
Eintauchen in den Laserz-Kessel
In den Lienzer Dolomiten gibt es zwei große Kessel: sehr zentral gelegen den Laserzkessel und westlich davon den der Kerschbaumeralm. Wir wollen heute bis ganz hinein in den Laserzkessel, in welchem der gleichnamige See liegt. So folgen wir weiter der Dolomitenstraße, welche mittlerweile als Forstweg weiterführt.
Eine Schafsherde bewacht den Weg vor uns, und mustert uns neugierig, als wir ihr näher kommen. Mit lauten „Mäh“-Rufen werden wir durchgewunken und setzen unsere Wanderung fort.
Ein Wanderweg zweigt recht bald von der Forststraße ab und führt durch den Wald nach oben. Man läuft neben riesigen, ausgewaschenen Flussläufen, welche sich wohl jedes Jahr durch die Schneeschmelze bilden.

Es ist ein stark bewölkter und etwas kühlerer Sommertag. Dementsprechend hängen hier noch etliche Wolken in der Luft und für den ersten Wegabschnitt haben wir nur begrenzte Sicht. Die Wolken verfangen sich richtig an den Kesselwänden und ziehen nur langsam dahin. Kurzzeitig kann man einen Blick auf die mächtigen Felswände, wie beispielsweise die Laserzwand, erhaschen, bevor das Fenster schnell wieder zuzieht.



Die Karlsbader Hütte
Wir kommen schnell voran und erblicken nach etwa einer Stunde Wanderzeit auch schon die Karlsbader Hütte. Die Sonne wärmt die Umgebung auf und so ziehen die Wolken immer höher. Der ein oder andere Sonnenstrahl verirrt sich durch die Wolkendecke und findet seinen Weg bis zu uns. Mit dem Ziel vor Augen genießen wir die wärmenden Strahlen und die direkt magische Atmosphäre.

Der Weg wird an dieser Stelle sehr eben und folgt einem leeren Flusslauf. Die Waldgrenze hatten wir vor kurzem verlassen und so sind grüne Wiesen vorherrschend. Vor der Hütte schlängelt sich der Pfad etwas steiler nach oben und führt zu guter Letzt durch Schotter und Stein.



Der Laserzsee
So stapfen wir die letzten Meter zwischen Steinen und grünen Grasflecken zur Karlsbader Hütte. Eine urige Hütte, mit rot-weiß-roten Fensterläden, die richtig gut in diese Bergkulisse passt. Unmittelbar nach der Hütte liegt der glasklare Laserzsee. Dieser fungiert als Trinkwasserspeicher für die Hütte, weshalb strenges Badeverbot herrscht. Wir bewegen uns entlang des rechten Ufers des Sees und setzten uns anschließend auf der gegenüberliegenden Seite auf ein paar Felsen.
Durch den Kessel ist es hier heute so gut wie windstill, weshalb sich die umliegenden Gipfel und Felswände traumhaft schön im Wasser spiegeln. Dazu die Stille des Berges – wir sind im Moment die einzigen Wanderer am See – und die langsam über uns hinwegziehenden Wolken sorgen für eine eindrucksvolle, mystische Stimmung. Der Laserzsee erscheint uns heute als traumhaftes Naturjuwel und Kraftplatz.





Wir tanken hier also Energie und nach einigen Augenblicken schweigenden Staunens genehmigen wir uns noch ein paar Bissen des mitgenommenen Kuchens. Immer wieder schafft es auch die Sonne hinein in den Talkessel und die Wolken geben den Blick auf den blauen Himmel darüber frei. So genießen wir noch einige Momente und kehren dann zurück zur Karlsbaderhütte, von wo aus wir uns an den Abstieg über den Forstweg machen.
Die Dolomitenhütte
Nach insgesamt dreieinhalb Stunden, wobei wir über eine halbe Stunde am Laserzsee verbracht haben, kommen wir wieder an der Dolomitenhütte an. Diese wurde 1936 von Josef Amort errichtet. Er war damals der Hüttenwirt der Karlsbader Hütte und startete mit dem Bau der Hütte auf seinem Lieblingsplatz zwischen Lienz und dem Laserzkessel. Und wer in den Lienzer Dolomiten unterwegs ist, sollte sich eine Einkehr in der Dolomitenhütte nicht entgehen lassen. Neben einer grandioser Aussicht bietet die Hütte nämlich hervorragendes Essen. Zu unserer positiven Überraschung finden wir auch viele vegetarische und vegane Gerichte auf der Speisekarte, was für Berghütten ja nicht gang und gäbe ist. Und so genießen wir unser verdientes Mittagessen nach einer eindrucksvollen Wanderung in den Lienzer Dolomiten.


Zusammenfassung der Tour
| Gebirge | Lienzer Dolomiten |
| Ziel | Laserzsee (2.260m) |
| Distanz ↔ | 11,4 km |
| Höhendifferenz ↕ | 650 hm |
| Zeit | 3 Stunden (Gehzeit) |
| Bewertung | Kondition: ★★☆☆☆ Technik: ★☆☆☆☆ Landschaft: ★★★★★ Gesamterlebnis: ★★★★★ |
| Einkehrmöglichkeiten | Karlsbader Hütte Dolomitenhütte |
| Link zur Tour | Bergfex |
Eine einfache und kurze Bergtour, die dennoch wunderschön die Lienzer Dolomiten zeigt. Der Laserzsee ist ein wahres Naturjuwel und definitv einen Besuch wert. Zur Einkehr empfehlen wir die Dolomitenhütte.

