Nur wenige Kilometer nordöstlich von Graz gelegen bilden Teichalm und Sommeralm eines der größten zusammenhängenden Almgebiete der Alpen. In dessen Zentrum liegt auf 1.200m Seehöhe der Almsee. Das Gebiet ist sowohl im Sommer als auch im Winter ein herrliches Ausflugsziel und bietet allerlei Aktivitäten: Tretbootfahren, Wandern, Pferdeschlittenfahrten, Langlaufloipen und Skilifte. Wir haben das große Glück, hier ein Wochenende im Herbst verbringen zu können, an dem die Natur mit bunten Farben zu bestechen weiß, und an dem wir einige Highlights dieser Gegend besichtigen.
- Die Route
- Steirischer Jokl
- Kapelle Schüsserlbrunn
- Franz-Scheikl Naturfreunde Klettersteig
- Der Abstieg
- Tour Zusammenfassung
Die Route
Der Hochlantsch ist mit seinen 1.720m die höchste Erhebung im Grazer Bergland. Erreichbar ist er über die Teichalm an dessen Ostseite, dem Franz-Scheikl-Naturfreunde Klettersteig in seiner Nordwand sowie dem Gasthaus „Steirischer Jokl“ westlich des Gipfels. Wir entschließen uns für eine Route, die uns zuerst zum Steirischen Jokl und der Kapelle Schüsserlbrunn bringt, von wo aus wir einen kurzen Abstieg in Kauf nehmen, um dann den Hochlantsch über den Klettersteig zu besteigen. Als normale Wanderung könnte die Route auch direkt vom Steirischen Jokl zum Hochlantsch begangen werden.
Steirischer Jokl
Von der Teichalm aus starten wir entlang des Mixnitzbachs und wandern auf einem Forstweg in einem herbstlichen Tal. Im Bach entdecken wir an einer Stelle sogar einige Flusskrebse. Der Herbst hält gerade Einzug in dieser Gegend und so sind die Bäume bereits gesäumt von bunten Blättern.

Nach etwa 40 Minuten Gehzeit auf dem gut ausgebauten Weg zweigen wir nach rechts Richtung Gasthaus Steirischer Jokl ab. Das Gelände wird etwas steiler und bis zum ersten Ziel haben wir 280hm vor uns. Nach etwa 5,5km erreichen wir das Gasthaus, von dem aus uns das erste Mal der Blick in die umliegende Bergkulisse freigegeben wird.


Wir legen eine kurze Pause ein und genießen die warmen Sonnenstrahlen, die ihren Weg auf die Terrasse finden. Im Hintergrund sieht man bereits den Hochlantsch und dessen Gipfelkreuz. Zuvor haben wir aber noch ein weiteres Ziel auf unserer heutigen Tour.
Kapelle Schüsserlbrunn
Auf 1.363m und direkt am Fuße des Hochlantsches gelegen, befindet sich die Wallfahrskapelle Schüsserlbrunn. Unmittelbar hinter der Kapelle entspringt eine Quelle dem Fels, die auch Namensgeber des Gotteshauses ist. Wie so oft ranken sich auch um diesen Platz einige Legenden: ein Rind das auf wundersame Weise einen Absturz überlebt hat oder ein Blinder der durch das Wasser geheilt wurde.
Ungeachtet dessen, ob man an diese Legenden glaubt, ist dieser Platz definitiv einen Besuch wert. Besonders in der Herbstatmosphäre, die die Umgebung in bunte Farben einhüllt, ist die Szenerie einfach pittoresk. Die rot gestrichene Kapelle vor gelben Blättern und grauem Fels sticht definitiv hervor.

Vom Steirischen Jokl aus führen uns steile Holzstufen ca. 30 Höhenmeter hinab zur Kapelle. Wir schauen uns kurz im urig eingerichteten Inneren um, sehen uns die Quelle im Felsen an der Rückseite der Kapelle an und zünden zwei Kerzen an, ehe wir unseren Weg fortsetzen.


Franz-Scheikl Naturfreunde Klettersteig
Nach einem etwa 20-minütigen Abstieg über 200hm folgen wir einem Forstweg, wo uns nach weiteren 10 Minuten ein Schild den Weg zum Klettersteig weist. Der Zustieg ist ein kleinerer Pfad, welcher über einige Wurzeln und Steine relativ steil nach oben führt. An den paar Abzweigungen, die es hier gibt, sind immer wieder Schilder, die Richtung „Franz-Scheikl Klettersteig“ weisen.


Kurz vor dem Einstieg auf ca. 1.400 Meter legen wir unsere Klettergurte und die Klettersteig-Sets an und starten in den Steig. In diesem wechseln sich Gehpassagen und seilversicherte Passagen immer wieder ab. Nach dem Einstieg (A/B) folgt recht bald eine C Stelle, also die Schwierigkeit, mit der die ca. 400 Meter lange Via-Ferrata insgesamt bewertet wird.


Bis zum Steigbuch wechselt der Steig immer wieder zwischen einer Rinne und dem danebenliegenden Grat. Der Fels ist an einigen Passagen schon etwas abgetreten und speckig, weshalb man auf ein sicheres Steigen gut achten sollte. Nichtsdestotrotz macht das Kraxeln echt Spaß und wir gewinnen rasch an Höhe.
Nach dem Steigbuch folgt eine längere Gehpassage, mit einem versicherten Abstieg. Am Ende des Klettersteiges steigt man nochmals aus der Rinne auf den Grat. Diesem folgt man entweder weiter über eine luftige C-Stelle, oder umgeht diese wiederum durch die Rinne.





Nach dem Ausstieg ist man in wenigen Minuten am Gipfel angekommen. Vom Steirischen Jokl bis zum Gipfelkreuz haben wir gut 3h gebraucht, wobei wir uns im Steig Zeit gelassen haben. Am Gipfel des 1.720m hohen Hochlantsch genehmigen wir uns eine kurze Rast und lassen den Blick nochmals über die bunten Farben der umliegenden Bäume und die sanften, grünen Hügeln des Grazer Berglandes schweifen .
Der Abstieg
Für den Abstieg zurück zur Teichalm folgt man am besten dem Ostgrat des Hochlantsches, ein schöner Wanderweg über Wald und Wiesen. Nach ca. einer weiteren Stunde ist man retour im Zentrum des Almenlandes.
Tour Zusammenfassung
| Gebrige | Grazer Bergland |
| Berg | Hochlantsch (1.720m) |
| Distanz ↔ | 12 km |
| Höhendifferenz ↕ | 700 hm |
| Zeit | ca. 5 1/2 Stunden |
| Klettersteig | C, etwa 150hm |
| Bewertung | Technik: ★★★☆☆ Kondition: ★★★★☆ Landschaft: ★★★★☆ Gesamterlebnis: ★★★★☆ |
| Link zur Tour | Komoot |
| Link zur Topo | Bergsteigen.com |
| Tipp | ein Besuch beim Steirischer Jokl und Schüsserlbrunn zahlt sich definitiv aus |
| Ausgangspunkt | Teichalm |
Der Hochlantsch ist die höchste Erhebung des Grazer Bergland und damit ein toller Aussichtspunkt. Die Route von der Teichalm über die Kapelle Schüsserlbrunn und das Gasthaus „Steirischer Jokl“ deckt gleich zwei weitere Highlights mit ab. Von dort aus kann man den Gipfel entweder per Klettersteig (C) oder Wanderweg erreichen und wieder zur Teichalm absteigen.


