Weihnachten steht vor der Tür und die meisten Orte Österreichs sind – bzw. wurden zumindest – dieses Jahr schon mit Schnee gesegnet. Und damit hat ein weiteres Mal die Skitouren-Saison begonnen. Also raus mit den Skiern aus den Kellern und Garagen, zum Wachsen der Laufflächen und Schleifen der Kanten. Hervor mit Lawinensonde, Schaufel und LVS Set – rein mit neuen Batterien.
Fehlen nur noch luftiger Pulverschnee und Sonnenschein, der verschneite Landschaften zum Glitzern bringt, in die man seine Spuren ziehen darf. Solch Traumbedingungen sind uns auf der Tour untergekommen, die ich heute vorstellen möchte. Und das beste – sie ist fast die ganze Saison über machbar und auch für Anfänger geeignet.
Salzburger Schieferalpen
Mit den Ortschaften Maria-Alm und Saalfelden verknüpft man unweigerlich das Steinerne Meer. Weiter nach Osten, Richtung Mühlbach, wartet angrenzend der Hochkönig. Zweifellos zwei imposante Gebirgsstöcke die zu den Berchtesgadener Alpen zählen. Südlich davon befinden sich die Salzburger Schieferalpen, auch Salzburger Grasberge genannt. Wie der Name schon suggeriert, sind diese im Gegensatz zum Steinernen Meer und zum Hochkönig rundere und wenig felsige Berge, die sich folglich als ideale Wander- und Skiberge anbieten. Und genau hier befindet sich das Tourenziel: Der Ahornstein.
Dientner Sattel
Ausgangspunkt der Tour ist der Dientner Sattel, am Parkplatz der Mittereggalm. Von hier aus fährt man ein paar Höhenmeter bergab in Richtung Süden, wo der Weg durch den Wald beginnt. Wer schon öfters mit Tourenski unterwegs war, kann diese Rutsch-Passage auch mit aufgefellten Skiern zurücklegen.
Trotz Sonnenschein ist es ein eisiger Morgen. Die kalten Temperaturen nimmt man angesichts der traumhaften Bedingungen gerne in Kauf. In der Nacht sind ein paar Zentimeter Neuschnee gefallen, die den Wald mit sanften, glitzernden Formen umhüllen.


Kingscab – Skigebiet Maria-Alm
Nach etwa anderthalb Kilometern gelangt man auf die Piste des Skigebiets Hochkönig und folgt dieser ein Stück lang. Theoretisch könnte man bis zur Bergstation der Kings-Cab Bahn die Piste entlangmarschieren, wir sind allerdings bei der Tiergarten-Alm links abgebogen und dort einem verschneiten Forstweg Richtung Klingelbergalm gefolgt.
Der Weg war bereits bespurt, weshalb die Orientierung leicht fiel. Da es sich um einen Forstweg handelt, kennen zudem die geläufigen Wander-Apps diesen Abschnitt.
Etwas kniffliger gestalten sich nur die beiden Überquerungen zweier Bächlein, die den Schnee wegtransportiert haben. Wer sich auf Tourenski noch nicht so wohl fühlt, kann dafür aber schnell ab- und wieder anschnallen.
Klingelbergalm
Da sich die Sonne so schön zum Bankerl besagter Alm gelegt hat, haben wir hier noch eine kurze Pause, inklusive kleiner Stärkung, eingelegt. Im Winter ist die Alm nicht bewirtschaftet, man muss also seine eigene Jause bis hierher mitnehmen.


Aufstieg zum Kamm
Nach der Pause setzen wir den Aufstieg fort. Vor uns ragt auch schon der Kamm auf, über welchen wir zum Ahornstein kommen. Wir halten uns eher rechts (in Aufstiegsrichtung), um ca. auf Höhe des Speicherteichs auf den Kamm zu gelangen, da weiter links das Gelände zunehmend steiler wird.
Der Berg begrüßte uns wahrhaftig mit Kaiserwetter und so lasse ich für den weiteren Aufstieg lieber die Bilder für sich sprechen.



Der Ahornstein – 1.855m
Am Kamm angelangt, folgen wir den Spuren in Richtung Süden. Vom Speicherteich geht’s zuerst rauf zum Kollmannsegg. Danach wechseln sich zwei kurze Abfahrten mit Gegenanstiegen ab, bis man schließlich beim Gipfelkreuz des Ahornsteins steht. Für den Aufstieg haben wir inklusiver aller Pausen 3 Stunden benötigt, wobei wir es sehr gemächlich ausgelegt haben.


Obwohl der Ahornstein mit seinen 1.855 Metern eher ein kleinerer Gipfel ist, ist der Ausblick den man von hier genießt umso imposanter. Der Tag ist so schön, dass sich nicht einmal die Hohen Tauern hinter einem Wolkenfetzen verstecken wollen. Südwestlich thront die Glocknergruppe mit dem Kitzsteinhorn (3.205m) und dem Großen Wiesbachhorn (3.564m).
Die Abfahrt
Bevor wir uns in die verdiente Abfahrt schmeißen, müssen wir zunächst nochmal über die Gegenanstiege und aufs Kollmannsegg. Dort fellen wir schließlich ab und freuen uns auf den frischen Pulverschnee. Auch bei der Abfahrt sollte man sich eher links halten, da zwei Bäche im Talkessel verlaufen, die man eher nicht queren möchte.
Der Hang ist breit genug, sodass wir auch am frühen Nachmittag und trotz einigen Skifahrern unsere eigenen Spuren in den Tiefschnee ziehen können. Dank der kalten Temperaturen ist der Schnee wunderbar pulvrig und staubt bei jedem Schwung. Eine traumhafte Abfahrt auf einer wunderschönen Tour.
Bei der Klingelbachalm angelagt, folgt man wiederum dem Forstweg. Auf diesem Weg gibt es einige Passagen, an denen man schieben muss. Auf Höhe der Tiergartenalm kann man wieder die Piste queren und folgt dem gleichen Waldweg wie beim Aufstieg zurück zum Ausgangspunkt.
Tour Zusammenfassung
| Gebirge | Salzburger Schieferalpen (Salzburger Grasberge) |
| Berg | Ahornstein (1.855m) |
| Distanz ↔ | 11 km |
| Höhendifferenz ↕ | 700 hm |
| Zeit | 4:30h (inklusive Pausen) |
| Bewertung | Schwierigkeit: ★★☆☆☆ Kondition: ★★★☆☆ Landschaft: ★★★★★ Gesamterlebnis: ★★★★★ |
| Link zur Tour | Bergfex (über Piste) |
| Einkehrmöglichkeit | Die Tiergartenalm bietet sich für eine Einkehr am Rückweg an. Alternativ ist die Klingelbachalm das ideale Platzerl für eine selbst mitgebrachte Jause. |
| Ausgangspunkt | Dientner Sattel |
ACHTUNG: Grundvoraussetzungen für Skitouren ist der sichere Umgang mit LVS-Ausrüstung, die im Gelände zur Pflichtausrüstung gehört. Ebenfalls Pflicht ist das Studieren des Lawinenlageberichts bei der Tourenplanung sowie das Abwägen des daraus resultierenden Lawinenrisikos.
Für alle die diese Voraussetzungen erfüllen, bietet der Ahornstein eine wunderschöne Skitour mit grandiosen Ausblick, die aufgrund der Steilheit und Nähe zum Skigebiet auch ausgesprochen einsteigerfreundlich ist.


